Zeitgeist - Smashing Pumpkins in der Olympiahalle.
Today ist the greatest day I’ve ever known. Zum Auftakt ihrer Zeitgeist-Deutschlandtournee spielten Billy Corgan und seine Smashing Pumpkins in München. Ein großartiger Tag der Vorfreude auf eine der besten Alternative-Rock Bands der Geschichte. Grunge wollten sie ja nie sein, auch wenn sie zeitgleich mit Nirvana und Pearl Jam aufkamen. Beeinflußt waren sie immer auch von The Cure. In jedem Fall ist es eine jener Bands, die eine Epoche und einen Stil geprägt haben. “Mellon Collie And The Infinite Sadness” ist das meistverkaufte Doppelalbum der Neunziger.
Nun hat die Band seitdem ja unruhige Zeiten - bis hin zur Trennung - hinter sich. Das die Halle allerdings nur halb gefüllt war ist dann doch etwas enttäuschend und irgendwie auch unverdient. Billy Corgan quittierte diese Feststellung mit der Vermutung, dass viele der Fans von damals verstorben sein müssten, sonst wären sie ja heute abend hier. Die Band ließ sich diesen Umstand aber sonst nicht weiter anmerken. Im Gegenteil sie spielte satte zweieinhalb Stunden bestes Programm quer durch die Bandgeschichte.
Dabei entstand zunächst der Eindruck, die Bühne sei noch gar nicht vollständig aufgebaut, so sparsam war sie ausgestaltet. Es handelte sich eigentlich nur um ein Podest mit einem Schlagzeug und einigen geparkten Boxen drauf. (Scheint wohl dem Zeitgeist und Verständnis der Pumpkins zu entsprechen, sich auf das Wesentliche = die Musik, zu konzentrieren. “F*** the faked world out there.”) Doch schon tapste Billy Corgan vornweg durch das Dunkel der Halle auf die Bühne. Der Gute hatte sich offensichtlich noch flux auf dem unweiten Tollwood-Gelände (einem Alterantiven Festival) eingekleidet. Der die Lenden schmückende Rock hätte aber auch als Diskokugel durchgehen können. Musikalisch wurden alle, die nun freundlichen Britpop erwartet hatten enttäuscht. In feinste Melodien und Hymnen gruben sich brachiale Gitarrensoli und sonstige Kracheinlagen. Ich glaube, Billy Corgan wäre eigentlich gern Queen’s Fredy Mercury geworden. Eine Rockoper entwickelte sich nach und nach. Stimmung kam bei allen Hits auf. Insgesamt machte das Publikum allerdings nicht den Eindruck, viele derer zu kennen. Cherub Rock, Quiet, Today, Disarm, Tonite Tonite, Bullet with butterfly wings, Stand inside your love und Perfect waren ntürlich darunter. 1979 gab es als Acoustic Solo. Dazu Titel von der neuen Scheibe Zeitgeist, die ich bislang nicht kannte. Alle Titel waren keineswegs 3:30 Tracks, sondern reine Bühnenversionen, die zeigten, dass da jemand seine Gitarre und auch sein Schlagzeug schon ein, zwei mal zuvor bedient hatte. Großartig.
Ich schau ja immer gern wo sich die Damen und Herren Rockstars vor und nach dem Konzert aufhalten. Am 23.02. spielen die Chicagoer in Berlin. Ich gehe davon aus, dass sie für den 22. keinen Platz bei der Mitfahrzentrale in Richtung Norden bekommen konnten. In jedem Fall spielt eine große Rockband in der Hauptstadt. Dit könnt ihr mir abkoofen!
admin :: Feb.21.2008 :: 07_Konzerte, 05_Musik, 02_München, 01_Home, Allgemein :: No Comments »
Deichkind - Luftbahn
