Nora Tschirner, an der Bar und eine Kürbissuppe.
Wie verliert man in Asien seine Unschuld? Eigentlich nicht so schwer. Da gibt es doch Mittel und Wege, fernöstlich der Heimat. Sollte man denken. Hindernisse und andere Missgeschicke in dieser Frage sind das Thema des Buches “Moomlatz” von Iris Bahr. Eine schöne Lesung zu dem Buch, gemeinsam mit MTV-Moderatorin Nora Tschirner, gab es heute im Münchener Volkstheater zu sehen und hören.
Eigentlich wollte ich über die Lesung schreiben. Während ich aber in der Bar des Volkstheaters an derselben und bei einer Kürbissuppe sitze, wartend auf den Beginn der Lesung, stellt sich mir eine sehr viel interessantere Frage: Wie verhält man sich eigentlich richtig, an so einer Bar?
Während der Barhocker direkt links neben mir verwaist bleibt, sitzt auf dem darauf folgenden nämlich eine nicht unattraktive, schätzungsweise Ende 20 jährige (Supermodell Kaliber), bei ihrem Drink und die Frage ist: ist allein dies - also das sie dort sitzt - Anlaß genug, ihr meinen Haustürschlüssel in die Hand zu drücken?
Darf man einen Barnachbarn einfach so ansprechen? Setzt man sich an die Bar um Unterhaltungen zu führen? Oder gibt es da Regeln oder Zeichen, die einem sagen, ich sitze zwar hier, heißt aber nicht, dass ich kommunikationsbereitschaftlich hier meine Zeit verbringe. Ich habe leider viel zu wenig Erfahrung an so einer Bar. Das Beispiel von Gisela mahnt ja deutlich zur Zurückhaltung, ganz unabhängig davon, auf wessen Deckel der Verzehr gebont wird.
Mir scheint noch erwähnenswert das Nora Tschirner keinen halben Meter an mir vorbeigegangen ist. Ich bin mit der Nora also quasi per “Du”. Dummerweise tippe ich gerade in diesem himmlischen Moment - völlig belanglos - eine SMS in mein Handy ein, während Nora die weitausladende Wendeltreppe zur kleinen Bühne des Volkstheaters in ihrem weißen Mantel geardezu empor schwebt. So verpasse ich leider die Chance ihr einmal tief in die Augen zu blicken und geradeso meinen Anspruch anzumelden, genau der Richtige zu sein. Verdammtes SMS Getippse! Demjenigen, dem ich die SMS geschickt habe, gehören die Ohren lang gezogen. Die Kürbissuppe war aber lecker.
admin :: Okt.08.2007 :: 07_Konzerte, 04_Bücher, 02_München, 01_Home :: No Comments »
Deichkind - Luftbahn
