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China_2007

26.04. - Peking - Xi’an

“You must be brave,” lobt mich eine US-Chinesin, als ich am Nachmittag zu einem echten Erlebnis aufbreche: Der Nachtzug in das 13 Stunden entfernte Xi’an. Sie selbst ist das erste Mal reisend im eigenen Land unterwegs und würde sich niemals zutrauen ihr eigenes Land allein zu bereisen. Zur Melodie von “Ole Grün-Weiß, Ole Grün-Weiß” setzt sich auch schon bald der Zug in Bewegung.

Ich habe glücklicherweise einen sogenannten “Hardsleeper” Platz erwischt, was bedeutet, dass ich mit 60 Reisenden mein Bett teile. Also, es hat schon jeder sein eigenes Bett, aber diese befinden sich sozusagen in einem großen Abteil. Welch schreckliche Vorstellung, einen der begehrten “Softsleeper” zu erwischen und sich zu viert in einem abgeschlossenen Abteil heimisch fühlen zu müssen. So aber belege ich das oberste von drei Betten. Damit auch alle gut schauen können ist ein Flachbildschirm direkt neben meinem Ohr angebracht, der auf voller Lautstärke läuft, damit auch alle gut hören können. Es dröhnt chinesische Popmusik aus den Boxen. Das auf dem Schirm muss die Shakira des Morgenlandes sein.

Bevor ich mich auf mein Bett zurückziehe, um ein wenig zu entspannen, hole ich mir noch warmes Wasser aus dem großen Kessel am Ende des Waggons, um meine chinesische Version einer 5-Minuten-Terine unter der Beobachtung aller chinesicher Mitreisender zu verspeisen. Zum Nachtisch gibt es noch einen dieser leckeren Orion Chocolate Pies. Als ich die Verpackung genauer betrachte, stoße ich auf den Hinweis “It’s now”. Ist dies ein Druckfehler und soll eigentlich “It’s new” heißen? Egal, ich glaube ich habe den Wahlspruch für diesen Trip gefunden: Life is now. Leben ist jetzt. Also genieße ich erstmal diesen Kuchen. Und danach die weitere Fahrt.

Was mich wirklich überrascht, ist, dass diese Zugveranstaltung hier wirklich sehr gesittet abläuft. Insgesamt ist es sehr auffällig wie geduldig und gelassen die Chinesen ihren alltag bewältigen. Irgendwann kehrt völlige Stille ein und das Licht geht aus, so dass man tatsächlich Schlaf findet. Am nächsten Morgen komme ich früh morgens in Xi’an an. Die nette Chinesin, die ich bei der Abfahrt kennenlernte, hilft mir schließlich noch mein Hotel zu finden und so kann ich ausgeruht und bestens gelaunt in den Tag starten. Meine ersten Gehversuche in China sind durchaus erfolgreich, wie ich finde.

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