China_2007
25.04. - Peking
Wir fahren zur Großen Mauer und entscheiden uns, es auf eigene Faust zu versuchen. Denn auf Badaling, einem CocaCola-Fanta-Lemon Spot unweit von Peking, kann ich gern verzichten. Daher setzen wir alles auf eine Busfahrt mit dem öffentlichen Autobus bis zur Endstation und dann - ja und dann? Weiter mit der Taxe. Weiter mit der Taxe sagt sich so einfach. Dabei ist es ja manchmal in Berlin schon so eine Sache, bei der sprichwörtlichen Freundlichkeit der Hauptstadtfahrer:
“Entschuldigung, sind Sie frei? Können Sie mich zum Flughafen fahren?”
“Seh, ick so aus, oder wat? So weit kommt det noch, wa, mittags quer durch de Stadt brausen, Männeken, ick werd Dir helfen … Na ja, steigen Se ersma ein.”
Taxi fahren in China heißt überraschend selten: Verhandeln. Ohne Murren wird hier das Taxameter eingeschaltet. Ein kurzes Rattern, dann läuft das Ding und die Quittung kommt raus. Schwierig, und bei weitem aufwändiger allerdings, gestaltet sich die Einigkeit über das Fahrtziel der Reise. Da muss man schon mal Hand und Fuss auspacken. Da dies eigentlich nie hilft, bleibt eigentlich nur noch, sich hinterher schön zureden: Genau hier wollte ich hin!
Und genau so war es: 3 Stunden sind wir gewandert und waren dabei die Einzigen, die die fabelhafte Aussicht genießen konnten. Genau hier wollte ich hin. Die einzige Person, die uns begegnete war das kleine Männchen, das sich in einem der Wachtürme eingerichtet hatte und jetzt von uns eine eine Art Wegezoll einzufordern schien. Den Durchschlupf hatte es in pfiffiger Kleinarbeit mit Stöckern versperrt. Ich war natürlich nicht bereit weitere 2 Yuan zu zahlen, nachdem mir bereits unten an der Brücke ein ältliches Persönchen einen vergelichbaren Betrag abgeknöpft hatte.
Wir spielten eine Art “Bad-Guy/Good-Guy”-Taktik. Während ich einmal generell verneinte und keinen Verhandlungsspielraum signalisierte, übernahme meine Schwester den versöhlichen Part, machte schöne Augen und war um sprachliches Verständnis bemüht. Nach einigen Fluchtiraden des Männchens - die ich natürlich nicht verstand, aber in die Abteilung “Blödmann” zu gehen schienen - winkte es uns schließlich durch. Auf dem Rückweg war es übrigens verschwunden und der Weg frei. Hätte ich gewußt, dass sich der Preis auf Hin- und Rückweg bezieht. Wer weiß. Tja, diese Sprachprobleme. Aber, ich meine mal im Ernst: Kurtaxe kann ich ja wohl auch zu Hause zahlen.