Freibad-Toni am Starnberger See.
Es duftet nach Sonnencreme, in der Arena auf Schalke. Wie ein Badeurlauber liegt Freibad-Toni (Ailton) vor der Sinalco-Werbebande. Entspannt, mit der Seelenruhe eines Gelsenkirchener Sommertages eins, alle Vorteile dieser Positionierung vollumfänglich auskostend und genießend. Allein ein türkisches Dampfbad mit nachfolgender Thaimassage hätte ein solches Bild grenzenloser Entspanntheit noch bunter wirken lassen können. Das war 2005.
Sehr viel länger ist es her, dass ich das letzte Mal im Freibad lag. Inspiriert von Freibad-Toni also, mache ich mich auf zum wundervollen Starnberger See, der Perle der Bayerischen Seenlandschaft, um meinem großen Vorbild in Sachen Freibadkultur nachzueifern und es mir über das Wochenende ein bischen bequem einzurichten.
Wer sich mit der S6 nach Starnberg aufmacht, fragt sich zunächst, ob er nicht versehentlich im falschen Zugteil eingestiegen ist. Ein kurzer prüfender Blick ans Wagenäußere, bevor sich die Türen piepend schließen. Nein - Starnberg steht da geschrieben, nicht „Butterfahrt“. Dennoch: Weiße, beige und khakifarbene Leinenstoffe bestimmen das Bild. Landkarten werden während der Fahrt gemeinsam studiert. Wenn Sie sagt, die Haltestelle ist nicht mehr drauf, schaut Er lieber noch einmal selbst nach. Fragen, die gestellt werden müssen, werden gestellt: Hast Du die Badezimmertür aufgelassen? Sind die Fahrkarten gestempelt?
Das Freibad ist ein Mikrokosmos, dem man mikroskopisch auf die Schnelle gar nicht vollständig gerecht werden kann.
Eindrücke: Wie eine Wundertüte sind vakant-benachtbarte Liegenschaften auf der dicht besetzten Liegewiese zu bewerten. Man weiß nie, welcher Überraschungsgast in Kürze Anwartschaft auf den Nachbarsplatz erheben wird - und ob man diese Gesellschaft genießen wird können. “Margot, laß doch den Wurstsalat im Schatten.” Dieser, erklärt Papa einer augenblicklich orientierungslosen Margot, stehe nämlich “genau auf Achse”. Verstehe! Daher die peinlich genauen, 60-minütigen Ausrichtarbeiten am Sonnenschirm direkt nach Ankunft. Beim Essen im Freibad frage ich mich immer: Wer so alles Pommes ißt? Beim Schwimmen trägt der Starnberger Brille. Sonnenbrille. Und beim Steckenbleiben auf der Kinderrutsche wird mir bewußt, wie schwer es dicke Kinder haben, die Pommes essen. Hoch und heilig verspreche ich dem Bademeister, nie wieder Witze über dicke Kinder in Betracht zu ziehen. Jener hatte mich ja schon freundlich über eine Lautsprecheransage bekannt gemacht: „Kein Stau aufe Rutsche, daa-haa!!“
Freibad-Toni müsste man sein. Dann kann man auch am Starnberger See liegen wo man will.
admin :: Aug.31.2008 :: 09_Blogroll, 07_Konzerte, 03_Reisen, 01_Home, Allgemein :: 1 Comment »

Deichkind - Luftbahn
