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Archive for the '07_Konzerte' Category

U2 360° TOUR: Unforgettable Moment

U2 Live - The Unforgettable Fire from MS on Vimeo.

A Soundtrack of Change (Die Setlist)

Breathe
No Line On The Horizon
Get On Your Boots
Magnificent
Beautiful Day
Mysterious Ways
I Still Haven’t Found What I’m Looking For
Angel Of Harlem / Man In The Mirror / Don’t Stop ‘Til You Get Enough
Stay (Faraway, So Close!)
Unknown Caller
The Unforgettable Fire
City Of Blinding Lights
Vertigo
I’ll Go Crazy If I Don’t Go Crazy Tonight (Remix Version)
Sunday Bloody Sunday
Pride (In The Name Of Love)
MLK
Walk On / You’ll Never Walk Alone

Zugaben:
Where The Streets Have No Name
One

Zugaben:
Ultra Violet (Light My Way)
With Or Without You
Happy Birthday to Nelson Mandela
Moment Of Surrender

Neon trifft Nora Tschirner im Atomic Cafe in München.

Planen oder treiben lassen? Einen Tag nach Ihrem Geburtstag trieb es die Keinohrhasen Schauspielerin und MTV-Moderatorin Nora Tschirner jedenfalls ins Münchner Atomic Cafe, wo sie von den Neon Chefredakteuren zu diesem Thema befragend in die Mangel genommen wurde: „Sex ohne Liebe, geht das? Ein Freund, der mit 28 noch bei Muttern wohnt? Wie stolz sind denn die Eltern auf die Karriere? Nora, eine Business-Bitch?“


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Wie auf den Beginn einer Eiskunstlauf-Revue freuend, durften sich all jene fühlen, die einen der raren Sitzplätze im kleinen Münchner Alternative-Club ergattert hatten, um den Antworten zu lauschen, denn: „das dauert heute länger hier…“ Das kündigte die kesse und wortwitzige Berliner Gern-Rednerin gleich mal zu Beginn an. Unumwunden macht Nora allerdings auch gleich deutlich, dass das mit dem Planen so eine Sache ist. Sie verlässt sich lieber auf ihr gutes Bauchgefühl. In jedem Fall seien aber schon schulpflichtige Kinder unterwegs – im Bus aus Malawi.

Nach soviel anstrengender Fragerei ist es eine prima Idee von Nora doch mal die Sitzplätze tauschen und die ausharrend stehende Menge sitzen zu lassen. Während die meisten noch Mallorcatechnisch argumentieren („Ich bin aber schon seit 8 Uhr hier…“), geben andere tatsächlich Sitzmöbel frei. Frauen und Kinder zuerst, hat jetzt die Spätschicht die Möglichkeit des Sitz-Lauschens. Offen allerdings bleibt die Frage, ob Fräulein Tschirner sich voerst noch weiter bauchfühlend durch das Leben treiben lässt oder schon plant einmal ein Buch über das Leben zu schreiben. „So, dann ham wa’s ja, Aus die Maus“ und ab geht’s durch den Glitzervorhang. Einfach treiben lassen. Ungeplant.

O2 World on Tour: Die Sportfreunde Stiller unplugged.



Auch an einem Tag, an dem Bayern gegen den Aufsteiger Hoffenheim die Meisterschaft verspielt, muss ein Rockstar auf die Bühne. Harter Bühnenalltag für Sportfreund Peter. Doch die Sportfreunde Stiller spielten heute leichtfüßig in der O2 World in München. Unplugged. Im sitzen. Und mit akustischen Instrumenten, wie ich einem überraschenden Fan-Kommentar entnahm. Die Sportis spielten neben Klassikern einen neuen Unplugged-Hit ihres Unplugged Konzerts in New York - das am Sonntag auch auf MTV zu sehen ist - Rock’N'Roll Queen von The Subways und Udo Jürgens’ Ich war noch niemals in New York. Das Konzert machte Spaß, weil die Sportis im ungewöhnlichen Unplugged-Format überzeugten und der Gig an längst vergangene Zeiten kleiner Clubtouren erinnerte, bei denen lauschende Musik-Herzen höher schlagen. Small is the new big.

Variete trifft Tango.

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Seit dieser Woche weiß ich: Ich bin für das Tango tanzen bestimmt. Mich beeindruckt, wie in einer tangotanzenden Zweckgemeinschaft, der Mann scheinbar mühelos unbeteiligt seine Partnerin die ganze Arbeit auf dem Parkett machen lässt. Das gefällt mir. Das ist ein bischen wie mit der Tour de France und den Bergziegen: Dort ziehen die Bergspezialisten Ihren Kapitän 5000 oder so Kilometer den Berg hinauf und am Ende fährt der Captain als erster durchs Ziel. Nun muss ich zugeben, dass meine Tangoerfahrung - jetzt mal vom Parkett aus betrachtet - marginal ist. Manche sagen man könne das vernachlässigen. Seitdem ich diese Woche allerdings bei der tollen Show “Variete trifft Tango” im GOP einigen Herrschaften bei der Ausübung dieses Tänzchens mal über die Schulter schauen durfte, ist der Fall für mich völlig klar. Denn gelernt habe ich auch: Tango ist der vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangens! Wo sind denn jetzt verflixt nochmal meine rahmengenähten Tangoschuhe?!

Freibad-Toni am Starnberger See.

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Es duftet nach Sonnencreme, in der Arena auf Schalke. Wie ein Badeurlauber liegt Freibad-Toni (Ailton) vor der Sinalco-Werbebande. Entspannt, mit der Seelenruhe eines Gelsenkirchener Sommertages eins, alle Vorteile dieser Positionierung vollumfänglich auskostend und genießend. Allein ein türkisches Dampfbad mit nachfolgender Thaimassage hätte ein solches Bild grenzenloser Entspanntheit noch bunter wirken lassen können. Das war 2005.

Sehr viel länger ist es her, dass ich das letzte Mal im Freibad lag. Inspiriert von Freibad-Toni also, mache ich mich auf zum wundervollen Starnberger See, der Perle der Bayerischen Seenlandschaft, um meinem großen Vorbild in Sachen Freibadkultur nachzueifern und es mir über das Wochenende ein bischen bequem einzurichten.

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Wer sich mit der S6 nach Starnberg aufmacht, fragt sich zunächst, ob er nicht versehentlich im falschen Zugteil eingestiegen ist. Ein kurzer prüfender Blick ans Wagenäußere, bevor sich die Türen piepend schließen. Nein - Starnberg steht da geschrieben, nicht „Butterfahrt“. Dennoch: Weiße, beige und khakifarbene Leinenstoffe bestimmen das Bild. Landkarten werden während der Fahrt gemeinsam studiert. Wenn Sie sagt, die Haltestelle ist nicht mehr drauf, schaut Er lieber noch einmal selbst nach. Fragen, die gestellt werden müssen, werden gestellt: Hast Du die Badezimmertür aufgelassen? Sind die Fahrkarten gestempelt?

Das Freibad ist ein Mikrokosmos, dem man mikroskopisch auf die Schnelle gar nicht vollständig gerecht werden kann.

Eindrücke: Wie eine Wundertüte sind vakant-benachtbarte Liegenschaften auf der dicht besetzten Liegewiese zu bewerten. Man weiß nie, welcher Überraschungsgast in Kürze Anwartschaft auf den Nachbarsplatz erheben wird - und ob man diese Gesellschaft genießen wird können. “Margot, laß doch den Wurstsalat im Schatten.” Dieser, erklärt Papa einer augenblicklich orientierungslosen Margot, stehe nämlich “genau auf Achse”. Verstehe! Daher die peinlich genauen, 60-minütigen Ausrichtarbeiten am Sonnenschirm direkt nach Ankunft. Beim Essen im Freibad frage ich mich immer: Wer so alles Pommes ißt? Beim Schwimmen trägt der Starnberger Brille. Sonnenbrille. Und beim Steckenbleiben auf der Kinderrutsche wird mir bewußt, wie schwer es dicke Kinder haben, die Pommes essen. Hoch und heilig verspreche ich dem Bademeister, nie wieder Witze über dicke Kinder in Betracht zu ziehen. Jener hatte mich ja schon freundlich über eine Lautsprecheransage bekannt gemacht: „Kein Stau aufe Rutsche, daa-haa!!“

Freibad-Toni müsste man sein. Dann kann man auch am Starnberger See liegen wo man will.

Beatsteaks. Kanonen auf Spatzen.

Es war 1990, als ich auf einem Hosen Konzert in der ersten Reihe verweilte. Für 90 Sekunden. (Holger kann diese handgestoppte Zeit bestätigen!)



Bereits nach neunzig Sekunden hatten die Berliner Beatsteaks heute das interessierte Saalpublikum einmal komplett von vorn nach hinten durchgewirbelt: “Hit, after Hit, after Hit. Für einen Dienstag Abend gaar nicht schlecht. Morgen spielen wa in Köln - also bleibt dran!” Das sind mal Ansagen, die die Muffathalle braucht.

Wer dann noch zwischendurch Faith No More’s “Easy” spielt hat natürlich schon mal zwei gut auf meinem Deckel. Diese fantastischen Klänge haben sich die Beatsteaks wohl auf der 97er FNM-Tour, die sie seinerzeit supportet haben, abgeschaut. Klingt immer noch wie Musik in meinen Ohren (?! Hä?). Das der einzelne Besucher bei so viel Aufregung schon mal das Gefühl für die Zeit verliert, ist nur allzu menschlich: “Die spielen schon über 3 Stunden! Total geil!” Da war es gerade 22 Uhr 15 - und die Herren Punkrocker hatten die Bühne an diesem Abend erstmals um 20 Uhr 55 erklommen - ohgottogott! Aber ich will hier nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Wer sich jetzt fragt: Muß ich denn da hingehen? Über 2 Stunden Livemusik, von ungepflegten Punkern vorgetragen - wie schrecklich! Dem sei mitgeteilt: Keine Sorge, auch morgen läuft wieder Mr. Big mit “To be with you” in Ihrem Radio. (Ein “Hit”, wo die Leute immer wieder unheimlich gern hören, wie mir erst kürzlich wieder ein Radiomoderator versicherte. Ehrlich!)

Nee, dit war mal ne richtig schöne Party. Dit koof ick Euch ab!

KYLIEX2008 in München

So etwas kannte man normal nur noch von Rudi Carell, Hans Rosenthal oder Wim Thölke. Den großen alten Shomastern, die einen Abend lang unterhielten nach Hape Kerkelings altem Motto: “Mein Leben ist die Show, das war schon immer so”.

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Um es vorweg zu nehmen: Wie häufig Frau Minogue - der Spatz aus Melbourne, die zarte Stimme mit dem goldenen Mikro aus Down Under - im Verlauf der Show ihr Exterieur wechselte habe ich nach dem 8. Kleiderumzug nicht mehr mitgezählt, so beeindruckte mich derart behend-beherzte Kostümwechselei. Ich komme mir im nachhinein sogar ein wenig schäbig vor, hier im Vorfeld meine Hilfe angeboten zu haben.


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Nach etwa 45 Minuten geschah dann etwas, was mir bis dato nur vom Fußball bekannt war: Eine Halbzeitpause, die Zeit zum Bier holen eröffnete. Wie angenehm. Nach 15 Minuten ging es dann weiter. Und so kam es, dass Kylie Minogue ein Showprogramm der Extraklasse auf die als Lichtteppich arrangierte Bühne zauberte. Eine Mischung aus MDR-Fernsehballet, Phantom der Oper und Grand-Prix-Endausscheidung in der Folge.

Der Grand-Prix-Teil - da muß man ehrlich sein - ist mehr aus dem Publikum abgeleitet. Da hat man auch schon mal kreischende Herren beobachten können, die bei Outfit Nummer 8 der Showdiva spontan schier aus dem Häuschen gerieten: “Das Kleid, ummmm, das Kleid, siehst Du dieses Kleid - ist das nicht ein Trauuum von einem Kleid?!” Ach, ist doch alles nur Show! Dieses ganze Tingeltangel. Sollen die doch machen.

30 Seconds to Mars: Jared Leto live in München

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Meine Eintrittskarte hatte mich ja bereits vorbereitend darauf hingewiesen, dass im Zenith unbestuhlt veranstaltet würde. Das ich nur wenige Tage nach dem Bayern Malheur in Petersburg an einen solchen Ort gehen würde, der Zenith heißt, läßt sich möglicherweise noch erklären. Das ich allerdings hinter einem pommesschrankefarbenen Absperrband traurige zwanzig Meter vor der Bühne zum Stehen kommen mußte, obwohl noch ausreichend Platz direkt vor der Bühne war, finde ich wirklich erklärungsbedürftig, für ein Rockkonzert.

30 Seconds to Mars werden stimmlich von dem charismatischen Sänger Jared Leto begleitet. Und das ist wohl die Untertreibung des Jahres, denn der smarte und - das muß Mann zugeben - nicht übel ausschauende Actor, der in American Psycho und Fight Club spielte, ist die Band. Entsprechend lag der Frauenanteil am Gesamtbesuch bei wahrgenommenen 90%. Wie hoch der Schmachtanteil lag, vermag ich nur zu erahnen. Ich würde ihn auf einen 3-stelligen Prozent-Bereich justieren. Auch der Kreischanteil war bemerkenswert Boy-Group tauglich einzuschätzen.

Der wohl einzige Mann außer mir war der Mann mit dem Silberkoffer. Voll tätowiert pendelte er unentwegt in Unterhemd und mit halbgetönter Sonnenbrille (München gefiel tagsüber durch herrliches Sonnenscheinwetter) zwischen Backstagebereich und den ersten Reihen hin und fort, was ich ja bestens aufgrund meiner tollen Position direkt hinter der Absperrung beobachten konnte. Es war kein Gitarrenkoffer wie ihn Antonio Banderas in Tarantinos Dusk till Down bei sich trug. Es war mehr so ein Lufthansa Alu-Reiseköfferchen. Vielleicht war der Herr einfach von der Maske. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall erscheint es mir irgendwie umständlich sich mit einem Koffer auf einem Rockkonzert die Zeit zu vertreiben. Gut, muss er aber selber wissen. Ausreichend Platz für das Tragen eines Koffers als Accessoire war ja zwischen Absperrung und Bühne vorhanden.

In amüsierender Erinnerung geblieben sind mir während der einstündigen Wartezeit zwischen Support und Hauptact, die beiden VIP-Tussis, die stolz wie Oskar dem Ordner ihren Backstage Paß zeigten und darufhin zu den vermeintlich besten Plätzen seitlich der Bühne geführt wurden. Jetzt stellte sich aber raus, dass die beiden Grazien dort ziemlich abseits im Dunklen standen und sich keine Sau für sie interessierte. Auch das Jared hier auf dem Weg zum Podest kurz Halt machen und Bussi links, Bussi rechts, auf ein kurzes “Hallo, wir sehen uns im Hotel” halt machen würde, schien nach einer kurzen Sondierungsphase nicht wirklich im Bereich des Wahrscheinlichen.

Also kamen die Beiden wieder aus dem VIP-Bereich zurück, am Ordner vorbei, und - na klar - direkt vor mir, inklusive ihrer Hochhackigen, zum Stehen. Sie standen jetzt also vor mir, jenseits der Absperrung. Ich, weiterhin diesseits unbestuhlt positioniert, und das, obwohl die Damen deutlich nach mir eintrafen. Ich weise den Ordner auf dieses offensichtliche Versehen und die missliche Lage hin, dem ist das aber irgendwie aufreizend egal, als dann auch schon das Konzert los geht und die Beiden um die Wette kreischen, als wären sie Jared Leto höchstselbst. Ich bin jetzt irgendwie doch froh, dass uns eine Absperrung trennt. Irgendwie hoffe ich auch noch insgeheim, dass der Silberkoffermann doch einen identischen Inhalt beherbergt, wie Antonio Banderas Gitarrenkoffer. Man weiß nie, ob einem Silberkoffermann so ein Kreischen so uneingeschränkt gefällt. Meine Chancen auf eine freie Sicht würde der Wunsch freilich erhöhen.

TITANIC Boygroup - Eine Satire-Lesung im Schloss.

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Die TITANIC Redakteure Schmitt, Sonneborn und Gsella sind auf Lesereise und plaudern auch im Münchner Schloss aus dem Satire-Nähkasten.

Die Titelbilder des Magazins stehen für Qualitätssatire alla Bonör. Der Boulevard und auch die katholische Kirche sind regelmäßige Themengäste des Blattes. Aber auch vor Gericht trifft man sich einstweilen. 55 Gerichtsverfahren musste der Verlag einstecken. 8 mal war die Kirche mit von der Partie. Erfolgreich waren u.a. Apple und Benjamin von Stuckrad-Barre.

Die 3 stündige Veranstaltung war eine Streifzug durch die besten TITANIC-Geschichten. Moderiert von einem großartigen Oliver Maria Schmitt. Während Sonneborn in ZDF-Wahlwerbespots glänzt, die mit Schleichwerbung durchsetzt sind und Gsella durch schöne Zweizeiler und Briefe an den Leser gefällt, ist Schmitt als Ossi, der günstigen Polenstrom am Telefon kauft, unschlagbar. Er erinnert mich dabei an Paul Panzer und seinen legendären Anruf im Media Markt Leipzig:


Media Markt radio verarsche - MyVideo

Kuttners Videoschnipsel erklären die Welt.

So. Jetzt kenn ich also auch Sarahs Papa, Jürgen Kuttner. Jürgen Kuttners Videoschnipsel Vorträge, die in Berlin offenbar schon legendär sind, erklären die Welt. Ich hatte eigentlich Sarah Kuttner zu der gestrigen Veranstaltung in den Kammerspielen erwartet. Aber gut, diese kleine Überraschung paßte irgendwie zum Titel der aktuellen Vortragsreihe “Da kann ja jeder kommen”.

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Das, was Kuttner da vor einer großen Leinwand macht, kann mit Sicherheit nicht jeder. Kuttner denkt und spricht schnell. Und hält Monologe, die jeden seiner Videoschnipsel – allesamt Highlights der deutschen Fernsehgeschichte – einleiten und die Welt erklären. Heute zum Thema Rauchverbot und der Frage: Wie kann denn das sein, dass die Beraubung einer Institution des Genusses und der Geselligkeit so widerstandslos hingenommen wird? Wer steckt hinter der vermeintlich modernen Bewegung von Schlankheitswahn, Gesundheit und Fitness? Wo sind die Zusammenhänge? Und würden sich Nichtraucher auch so einfach einem Rauchgebot fügen?

Kuttner liefert Antworten und untermauert durch dazu passende Videoausschnitte. Eigentlich passen sie gar nicht. Er macht sie so. Durch Monologe. Monologe ist dabei noch eine neutrale Beschreibung der Vorgänge. Er philosophiert sich dabei in Rage. Und es gelingt ihm, sprachlich einwandfrei und unterhaltsam, Bilder und Vorfreude auf die Ausschnitte beim Publikum zu erzeugen. Die Bewegtbilder sind so detaillert seziert, dass einem vieles so gar nicht auffallen würde. Die Ausschnitte wirken absurd, bizarr und oft schlicht die Einfachheit des Menschen vorführend.

Ein echtes Ich-bin-das-Eintrittsgeld-wert Highlight ist der bei jedem Vortrag wiederkehrende letzte Schnipsel. Ein Werbespot der Grünen aus den 80er Jahren. In den Hauptrollen Bildhauer Joseph Beuys, BAP und drei Ökohasen als Quasi-Beilage. So geht man mit einer gewissen Grundirritation über das Dargebotene aber irgendwie auch bereichert nach Hause.

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