Archive for the ‘04_Bücher’ Category

Neon trifft Nora Tschirner im Atomic Cafe in München.

Dienstag, Juli 14th, 2009

Planen oder treiben lassen? Einen Tag nach Ihrem Geburtstag trieb es die Keinohrhasen Schauspielerin und MTV-Moderatorin Nora Tschirner jedenfalls ins Münchner Atomic Cafe, wo sie von den Neon Chefredakteuren zu diesem Thema befragend in die Mangel genommen wurde: „Sex ohne Liebe, geht das? Ein Freund, der mit 28 noch bei Muttern wohnt? Wie stolz sind denn die Eltern auf die Karriere? Nora, eine Business-Bitch?“


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Wie auf den Beginn einer Eiskunstlauf-Revue freuend, durften sich all jene fühlen, die einen der raren Sitzplätze im kleinen Münchner Alternative-Club ergattert hatten, um den Antworten zu lauschen, denn: „das dauert heute länger hier…“ Das kündigte die kesse und wortwitzige Berliner Gern-Rednerin gleich mal zu Beginn an. Unumwunden macht Nora allerdings auch gleich deutlich, dass das mit dem Planen so eine Sache ist. Sie verlässt sich lieber auf ihr gutes Bauchgefühl. In jedem Fall seien aber schon schulpflichtige Kinder unterwegs – im Bus aus Malawi.

Nach soviel anstrengender Fragerei ist es eine prima Idee von Nora doch mal die Sitzplätze tauschen und die ausharrend stehende Menge sitzen zu lassen. Während die meisten noch Mallorcatechnisch argumentieren („Ich bin aber schon seit 8 Uhr hier…“), geben andere tatsächlich Sitzmöbel frei. Frauen und Kinder zuerst, hat jetzt die Spätschicht die Möglichkeit des Sitz-Lauschens. Offen allerdings bleibt die Frage, ob Fräulein Tschirner sich voerst noch weiter bauchfühlend durch das Leben treiben lässt oder schon plant einmal ein Buch über das Leben zu schreiben. „So, dann ham wa’s ja, Aus die Maus“ und ab geht’s durch den Glitzervorhang. Einfach treiben lassen. Ungeplant.

von Stuckrad-Barre und Karasek lesen Kempowski

Dienstag, Juli 15th, 2008

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Ich konnte nicht anders, als meiner Mitbewohnerin einen Moment schlechten Gewissens zu bescheren. Es ist sich ja trotzdem vorteilig für sie ausgegangen.

“Wer ist Benjamin von Stuckrad-Barre? Hellmuth Karasek? Walter Kempowski? Nie gehört.” Ich klärte auf. Gern tat ich das. Wie man heutzutage überhaupt alles “gern” macht. Mit mahnender Haltung allerdings: hier seien noch Hausaufgaben zu machen, jenseits von Sex and the City. Von Stuckrad-Barre ist der Ex von Anke Engelke. Ob er Nils Ruf nachfolgte oder andersherum vermag selbst ich, als aufmerksamer Gala-Leser, im Nachhinein nicht zu rekonstruieren. Jedefalls hat dieser von Stuckrad-Barre eines meiner Lieblingsbücher geschrieben. Soloalbum. Harald Schmidt hat darüber gesagt, hätte er jemals ein Buch geschrieben, hätte er Soloalbum geschrieben.

Karasek bereicherte keinsewegs das Leben von Anke Engelke, nein, viel eher das literarische Quartett von Marcel Reich-Ranicki. Diesen Kempowski kannte ich voher auch nicht. Gesagt habe ich das aber nicht. Jedenfalls war das ein ganz lustig-ironisches Kerlchen, dieser Kempowski, wie sich schon im Vorwege der Veranstaltung, bei Durchsicht seines Tagebuchs “Somnia” am Büchertisch, verdichtete. Ich glaube, dass durchweg graumelierte Publikum kannte ihn ganz gut. Von Stuckrad-Barre war ihnen weitestgehend unbekannt. (Aber, das ist doch der Autor von Soloalbum! hätte ich da - fast ganz hinten sitzend - am liebsten eingegriffen.) Karasek erntete ein paar einfache Lacher. Gut, die sollte er kriegen.

Beide lesen die ausgewählten Kempowski Tagebucheinträge den ironisch-zynisch präzisen Beobachtungen gerecht vor. Da gab es nichts zu beanstanden. Am besten gefallen hat mir eigentlich der Eintrag “Wir sind zum Suppeessen eingeladen”, einem norddeutschen Understatement für die folgende Beschreibung eines 5-Gänge Menüs. Leider habe ich die weiteren Einträge nicht mitgeschrieben, so wie es die Frau neben mir tat. Sie wollte mir die Seiten ihres eng beschriebenen Notizblocks aber kopieren. Ich glaube, von Stuckrad-Barre kannte auch sie nicht. Der Name - in Großbuchstaben aufgeschrieben - war ihre erste Notiz. Gefolgt von 2 Fragezeichen.

Kopf hoch 10. Clemens Mayer in München.

Sonntag, Dezember 2nd, 2007

Heute habe ich Kopf. Nein, keine schlämmerhaften Kopfbeschwerden sind gemeint. Ich bin bei einem Seminar, welches kein Geringerer leitet als der Mann mit dem besten Gedächtnis der Welt (FAZ), also der Gedächtnisweltmeister, ein Welt-Gedächtnis im Dittsche-Sinn, Clemens Mayer. Rein aus der Ankündigung heraus soll dieser alle seine Tricks verraten, mit denen man sich beispielsweise besser daran erinnert was man gerade noch als nächstes spannendes Sagen oder sinniges Schreiben wollte. Ähh… Leere. Dunkel im Schacht. Nein, doch: Das Publikum der Veranstaltung. Darüber wollte ich sinnierend Schreiben oder schreibend Sinnieren.

Ich kann natürlich nicht den gesamten “Seminar”inhalt verraten, aber kurz gesagt geht es darum, Kino im Kopf zu machen. Zahlen, Personen, Ereignisse werden mit bestimmten Wörtern verbunden und daraus im Anschluß eine Geschichte entwickelt, an die man sich zu erinnern sucht und dann über die Stichworte auf die verknüpften Ereignisse, Personen, Zahlen zurückschließt. Das Publikum wurde herzlich eingeladen, sich bei der Geschichtenentwicklung einzubringen.

Der durchschnittliche deutsche Rentner liebt es, sich bei Geschichtenentwicklungen einzubringen. Und der deutsche Rentner scheint entweder Dienstags Abends nichts besseres zu tun zu haben oder ist einfach sehr interessiert an Seminaren zum Thema. Jedenfalls läßt sich auf den ersten Blick nicht unterscheiden, ob es sich sich beim Herumblicken um einen Musikantenstadl Kameraschwenk durch die Reihen der Friedrichshafener Stadthalle handelt oder das Münchner Gasteig. Gut gefällt mir meine erste Beobachtung, die vermutlich jedem Autor die Tränen in die Augen treibt: Solche Gäste einer Lesung, die schon vor der Lesung das Buch des Autors kaufen. Direkt dahinter rangieren vermutlich Studienräte, die in der ersten Reihe sitzen und drauf und dran sind eine Moderationshaverie durchzuführen und zu diesem Zweck regelmäßig auf die Bühne stürmen um Beispiele auf den Flipchart zu malen und dabei aus alten Zeiten erzählen - und überhaupt, mein junger Mann, ist das ja alles altes Zeug: “Ich habe 1947 begonnen alle Namen auf Karteikarten zu notieren.” Wow! Noch so einen und es gibt nen Platzverweis von der mehr als 7 Euro zahlenden Haupttribüne!

Als schönstes Bild des Abends bleibt mir folgende Geschichte in lebendiger Erinnerung: Das Mädchen mit dem Rucksack auf dem Rücken trinkt zwei Cocktails, geht aufs Klo und kommt mit einem Schatz wieder.

Das ist der Stoff aus dem weltmeisterliche Geschichten gewebt sind, die Handynummern erinnern lassen. Scheiß auf Karteikarten!

Nora Tschirner, an der Bar und eine Kürbissuppe.

Montag, Oktober 8th, 2007

Wie verliert man in Asien seine Unschuld? Eigentlich nicht so schwer. Da gibt es doch Mittel und Wege, fernöstlich der Heimat. Sollte man denken. Hindernisse und andere Missgeschicke in dieser Frage sind das Thema des Buches Moomlatz” von Iris Bahr. Eine schöne Lesung zu dem Buch, gemeinsam mit MTV-Moderatorin Nora Tschirner, gab es heute im Münchener Volkstheater zu sehen und hören.

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Eigentlich wollte ich über die Lesung schreiben. Während ich aber in der Bar des Volkstheaters an derselben und bei einer Kürbissuppe sitze, wartend auf den Beginn der Lesung, stellt sich mir eine sehr viel interessantere Frage: Wie verhält man sich eigentlich richtig, an so einer Bar?

Während der Barhocker direkt links neben mir verwaist bleibt, sitzt auf dem darauf folgenden nämlich eine nicht unattraktive, schätzungsweise Ende 20 jährige (Supermodell Kaliber), bei ihrem Drink und die Frage ist: ist allein dies - also das sie dort sitzt - Anlaß genug, ihr meinen Haustürschlüssel in die Hand zu drücken?

Darf man einen Barnachbarn einfach so ansprechen? Setzt man sich an die Bar um Unterhaltungen zu führen? Oder gibt es da Regeln oder Zeichen, die einem sagen, ich sitze zwar hier, heißt aber nicht, dass ich kommunikationsbereitschaftlich hier meine Zeit verbringe. Ich habe leider viel zu wenig Erfahrung an so einer Bar. Das Beispiel von Gisela mahnt ja deutlich zur Zurückhaltung, ganz unabhängig davon, auf wessen Deckel der Verzehr gebont wird.

Mir scheint noch erwähnenswert das Nora Tschirner keinen halben Meter an mir vorbeigegangen ist. Ich bin mit der Nora also quasi per “Du”. Dummerweise tippe ich gerade in diesem himmlischen Moment - völlig belanglos - eine SMS in mein Handy ein, während Nora die weitausladende Wendeltreppe zur kleinen Bühne des Volkstheaters in ihrem weißen Mantel geardezu empor schwebt. So verpasse ich leider die Chance ihr einmal tief in die Augen zu blicken und geradeso meinen Anspruch anzumelden, genau der Richtige zu sein. Verdammtes SMS Getippse! Demjenigen, dem ich die SMS geschickt habe, gehören die Ohren lang gezogen. Die Kürbissuppe war aber lecker.

Dieter Hildebrandt & Roger Willemsen: Die Weltgeschichte der Lüge.

Sonntag, August 26th, 2007

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Was Netzer und Delling für den Fussball-Fan, sind Hildebrandt und Willemsen für den Bühnenliebhaber. 2 Stunden philosophierten die beiden in der Aula der LMU in München über die Weltgeschichte und enttarnten eine Lüge nach der nächsten - und das hoch unterhaltsam. Ich gebe mein Ehrenwort!

Sei es der Irak-Krieg, die Reise Marco Polos nach China oder die Stadt Bielefeld. Alles Lüge! Wer’s nicht glaubt kann ja mal bei Google Earth nachschauen…

Die Tour geht noch weiter. Termine und eine Hörprobe des Hörbuches hier.


CMH liest den Koran - im Original.

Dienstag, Januar 16th, 2007

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So jedenfalls kündigt der Wuppertaler Papa seine Lesung von Tommy Jauds “Vollidiot” in München an. Ich habe Herbst zum ersten Mal live und in Farbe gesehen und muß sagen: da ist er noch besser als im Fernsehen. Ein ganz großer Schauspieler der vor allem durch seine unglaublich klare Sprache besticht, was ich soo bislang nur von Max Goldt kenne. Sehr beeindruckt, vor allem aber über alle Maßen amüsiert, returniere ich aus der Lesung. Es gibt als Ersatz das ganze auch - inklusive einiger Stromberg Ausflüge - als Hörbuch.