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Archive for August, 2008

Freibad-Toni am Starnberger See.

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Es duftet nach Sonnencreme, in der Arena auf Schalke. Wie ein Badeurlauber liegt Freibad-Toni (Ailton) vor der Sinalco-Werbebande. Entspannt, mit der Seelenruhe eines Gelsenkirchener Sommertages eins, alle Vorteile dieser Positionierung vollumfänglich auskostend und genießend. Allein ein türkisches Dampfbad mit nachfolgender Thaimassage hätte ein solches Bild grenzenloser Entspanntheit noch bunter wirken lassen können. Das war 2005.

Sehr viel länger ist es her, dass ich das letzte Mal im Freibad lag. Inspiriert von Freibad-Toni also, mache ich mich auf zum wundervollen Starnberger See, der Perle der Bayerischen Seenlandschaft, um meinem großen Vorbild in Sachen Freibadkultur nachzueifern und es mir über das Wochenende ein bischen bequem einzurichten.

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Wer sich mit der S6 nach Starnberg aufmacht, fragt sich zunächst, ob er nicht versehentlich im falschen Zugteil eingestiegen ist. Ein kurzer prüfender Blick ans Wagenäußere, bevor sich die Türen piepend schließen. Nein - Starnberg steht da geschrieben, nicht „Butterfahrt“. Dennoch: Weiße, beige und khakifarbene Leinenstoffe bestimmen das Bild. Landkarten werden während der Fahrt gemeinsam studiert. Wenn Sie sagt, die Haltestelle ist nicht mehr drauf, schaut Er lieber noch einmal selbst nach. Fragen, die gestellt werden müssen, werden gestellt: Hast Du die Badezimmertür aufgelassen? Sind die Fahrkarten gestempelt?

Das Freibad ist ein Mikrokosmos, dem man mikroskopisch auf die Schnelle gar nicht vollständig gerecht werden kann.

Eindrücke: Wie eine Wundertüte sind vakant-benachtbarte Liegenschaften auf der dicht besetzten Liegewiese zu bewerten. Man weiß nie, welcher Überraschungsgast in Kürze Anwartschaft auf den Nachbarsplatz erheben wird - und ob man diese Gesellschaft genießen wird können. “Margot, laß doch den Wurstsalat im Schatten.” Dieser, erklärt Papa einer augenblicklich orientierungslosen Margot, stehe nämlich “genau auf Achse”. Verstehe! Daher die peinlich genauen, 60-minütigen Ausrichtarbeiten am Sonnenschirm direkt nach Ankunft. Beim Essen im Freibad frage ich mich immer: Wer so alles Pommes ißt? Beim Schwimmen trägt der Starnberger Brille. Sonnenbrille. Und beim Steckenbleiben auf der Kinderrutsche wird mir bewußt, wie schwer es dicke Kinder haben, die Pommes essen. Hoch und heilig verspreche ich dem Bademeister, nie wieder Witze über dicke Kinder in Betracht zu ziehen. Jener hatte mich ja schon freundlich über eine Lautsprecheransage bekannt gemacht: „Kein Stau aufe Rutsche, daa-haa!!“

Freibad-Toni müsste man sein. Dann kann man auch am Starnberger See liegen wo man will.

Beatsteaks. Kanonen auf Spatzen.

Es war 1990, als ich auf einem Hosen Konzert in der ersten Reihe verweilte. Für 90 Sekunden. (Holger kann diese handgestoppte Zeit bestätigen!)



Bereits nach neunzig Sekunden hatten die Berliner Beatsteaks heute das interessierte Saalpublikum einmal komplett von vorn nach hinten durchgewirbelt: “Hit, after Hit, after Hit. Für einen Dienstag Abend gaar nicht schlecht. Morgen spielen wa in Köln - also bleibt dran!” Das sind mal Ansagen, die die Muffathalle braucht.

Wer dann noch zwischendurch Faith No More’s “Easy” spielt hat natürlich schon mal zwei gut auf meinem Deckel. Diese fantastischen Klänge haben sich die Beatsteaks wohl auf der 97er FNM-Tour, die sie seinerzeit supportet haben, abgeschaut. Klingt immer noch wie Musik in meinen Ohren (?! Hä?). Das der einzelne Besucher bei so viel Aufregung schon mal das Gefühl für die Zeit verliert, ist nur allzu menschlich: “Die spielen schon über 3 Stunden! Total geil!” Da war es gerade 22 Uhr 15 - und die Herren Punkrocker hatten die Bühne an diesem Abend erstmals um 20 Uhr 55 erklommen - ohgottogott! Aber ich will hier nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Wer sich jetzt fragt: Muß ich denn da hingehen? Über 2 Stunden Livemusik, von ungepflegten Punkern vorgetragen - wie schrecklich! Dem sei mitgeteilt: Keine Sorge, auch morgen läuft wieder Mr. Big mit “To be with you” in Ihrem Radio. (Ein “Hit”, wo die Leute immer wieder unheimlich gern hören, wie mir erst kürzlich wieder ein Radiomoderator versicherte. Ehrlich!)

Nee, dit war mal ne richtig schöne Party. Dit koof ick Euch ab!

Schnelldurchlauf - Die Woche.

Gefährdete, zart- und schnellschmelzende Tafel Milka-Daim vor Ablauf des MHDs bewahrt. Unschlüssig indessen, ob ich mich für die rückseitig beworbene Kuh-munity anmelde +++ BILD: Boris heiratet. Blond! Frau Effenberg? Strunz? War im hastigen Vorbeilaufen nicht auszumachen. +++ Paradisischer Tag. Der beste des Sommers. Bislang. Daher wonnesam genossen. 13 Grad, nur nachmittags dichte Wolken mit schauerartig verstärktem Regen - anhaltend und ergiebig - später auch teils kräftigen Gewittergüssen, dazu schwacher bis mäßiger Südwestwind. +++ Ballack sagt, der deutsche Fußball habe den Anschluss verpasst und kickt - wohlerwogen - bei diesem Länderspiel nicht mit. Wird van Bommel jetzt auch Capitano?

Gespräche auf dem Fußgängerweg.

Frau: Servus!
Mann: I grüß Ihrana!
Frau: Mei, jetzt sans im Urlaub. Die Männer.
Mann: A ja?!
Frau: Ja freilich. Im Urlaub sans. Die Männer. Sieben Männer sans. Mit sieben Männer sans fort. Des müssens Ihrana a moal vorstelle.
Mann: Ja.
Frau: San nach Kroa-Tien g’fahren. Alle z’sammen. Aber a tollen Strand hams da. Mei des san tolle Strände. In Kroa-Tien. Die san toll, san die.
Mann: Ah ja.
Frau: De Wagen hams voll gepackert, als wenns für a Monat fort wären. Des müssens sich a moal vorstellen. San ja nur 10 Toag.
Mann: Ja?
Frau: Und jetzt kommts beschte! Raten’s a moal wer direkt neben an Urlaub macht? Na ratens halt a moal. Da kommen Sie nie drauf net. Na? I verrats Ihrana. Der Till Schweiger! Der wohnt direkt nebean.
Mann: –.
Frau: Ja freilich, wenn ichs doch sag, mit derner ganzen Kinder ist der da. Der Till Schweiger. Dem g’fällst ganz toll dorten. Des hata mir g’sagt.
Mann: –.
Frau: Na i wünsch Ihrana was. Pfürti, ge?!
Mann: Servus.

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