Archive for Juli, 2008

Schnelldurchlauf - Die Woche.

Samstag, Juli 26th, 2008

Fuji T-Home-Cup. Dortmund gegen Bayern. Jetzt ist es raus. Uli Hoeneß sitzt direkt neben Klinsi auf der Bank. Keine Buddhafigur zugegen. +++ Obama in Berlin. Winkt wie Bush, finde ich. Will irgendwelche Brücken bauen. Verwechselt der Kandidat Berlin mit Venedig? Oder New Orleans? +++ War beim Arzt. “Ich mach Ihnen mal bischen Salbe ans Ohr.” Hab aber gar nichts am Ohr. Komisch. +++ Das Kicker-Sonderheft ist da. Unhaltbar: Die Stecktabelle hat ein Eselsohr. Ich werde das Heft umtauschen müssen.

von Stuckrad-Barre und Karasek lesen Kempowski

Dienstag, Juli 15th, 2008

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Ich konnte nicht anders, als meiner Mitbewohnerin einen Moment schlechten Gewissens zu bescheren. Es ist sich ja trotzdem vorteilig für sie ausgegangen.

“Wer ist Benjamin von Stuckrad-Barre? Hellmuth Karasek? Walter Kempowski? Nie gehört.” Ich klärte auf. Gern tat ich das. Wie man heutzutage überhaupt alles “gern” macht. Mit mahnender Haltung allerdings: hier seien noch Hausaufgaben zu machen, jenseits von Sex and the City. Von Stuckrad-Barre ist der Ex von Anke Engelke. Ob er Nils Ruf nachfolgte oder andersherum vermag selbst ich, als aufmerksamer Gala-Leser, im Nachhinein nicht zu rekonstruieren. Jedefalls hat dieser von Stuckrad-Barre eines meiner Lieblingsbücher geschrieben. Soloalbum. Harald Schmidt hat darüber gesagt, hätte er jemals ein Buch geschrieben, hätte er Soloalbum geschrieben.

Karasek bereicherte keinsewegs das Leben von Anke Engelke, nein, viel eher das literarische Quartett von Marcel Reich-Ranicki. Diesen Kempowski kannte ich voher auch nicht. Gesagt habe ich das aber nicht. Jedenfalls war das ein ganz lustig-ironisches Kerlchen, dieser Kempowski, wie sich schon im Vorwege der Veranstaltung, bei Durchsicht seines Tagebuchs “Somnia” am Büchertisch, verdichtete. Ich glaube, dass durchweg graumelierte Publikum kannte ihn ganz gut. Von Stuckrad-Barre war ihnen weitestgehend unbekannt. (Aber, das ist doch der Autor von Soloalbum! hätte ich da - fast ganz hinten sitzend - am liebsten eingegriffen.) Karasek erntete ein paar einfache Lacher. Gut, die sollte er kriegen.

Beide lesen die ausgewählten Kempowski Tagebucheinträge den ironisch-zynisch präzisen Beobachtungen gerecht vor. Da gab es nichts zu beanstanden. Am besten gefallen hat mir eigentlich der Eintrag “Wir sind zum Suppeessen eingeladen”, einem norddeutschen Understatement für die folgende Beschreibung eines 5-Gänge Menüs. Leider habe ich die weiteren Einträge nicht mitgeschrieben, so wie es die Frau neben mir tat. Sie wollte mir die Seiten ihres eng beschriebenen Notizblocks aber kopieren. Ich glaube, von Stuckrad-Barre kannte auch sie nicht. Der Name - in Großbuchstaben aufgeschrieben - war ihre erste Notiz. Gefolgt von 2 Fragezeichen.

Goal for Africa

Donnerstag, Juli 10th, 2008

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Eine Besetzung, wie sie bislang kein Fußball EM- und WM-Endspiel gesehen hat, war in der Allianz Arena angekündigt. Kaká, Nesta, Buffon, Steven Gerrard, van Nistelrooy, Adebayor, Maldini, Ronaldo, Drogba, Pirlo, van Persie, Shevchenko, Sergio Ramos, Diego, Etoó, Essien, Davids. Alle angekündigt. Alle nicht gekommen.

Den Rasen beackert hat dann Paolo Rink. Na, da hab ich ja noch Glück gehabt, dass nicht Paola und Kurt Felix gespielt haben. Verstehen Sie Spaß? Nein. Wenn ich umzingelt bin von Fussballsachverstand der Sorte “Guck mal, da unten steht der neue Bayern Trainer, dieser Klinsmeyer” und “Michael Schumacher - yeah, he’s the best german soccer player”, dann, ja dann, verstehe ich keinen Spaß. Setzen. Sechs.

Kieler Woche 2008 = EM Woche 2008

Dienstag, Juli 1st, 2008

Die Kieler Woche 2008. Gleichzeitig war sie auch eine Fußball-EM Woche. Nun flog ich extra zum Finale ein und musste an jenem Finalsonntag doch die kulminierte Zerstörung meiner - nicht unberechtigt - mitgebrachten, persönlichen Hoffnungen erleiden. Nun, da müssen die Sportfreunde halt noch einmal umtexten.

Trotzdem habe ich es mir gut gehen lassen. Wird in anderen Teilen der Republik zum Frühstück Brötchen mit Marmelade, Käse und Wurst, dazu ein Kaffee gereicht, wird hier - bevor am frühen Nachmittag ein Gosch Besuch die Regel, nicht die Ausnahme ist - spritziges Schaumweingetränk mit einer Einlage aus Rosengewächsen gereicht:

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Außer Dem erlebte ich eine dieser berühmten Situationen, die man sonst nur bei Loriot Sketchen oder in Ben Stiller Filmen geboten bekommt. Sie ereignete sich auf dem Segler, mit dem wir eine schöne Ausfahrt genoßen. Genießen wollten, muß ich vielleicht sagen:

“Ich glaube, die Boardtoilette funktioniert nicht so, wie sie sollte,” sagte ich zu der Person, die sich vor der Toilettentür wartend die Zeit bis zur Übergabe des Örtchens vertrieb. - “Ach was. Die Toilette funktioniert nicht?” returnierte die wartende Person gewieft. - “Was ist denn mit der Toilette?” fragte plötzlich Person 2, indem sie den Kopf zackig unter Deck hielt - “Stimmt was nicht mit der Toilette?” schaltete sich nun auch Person 3 ein. Innerhalb kürzester Zeit hatte sich so die gesamte Besatzung unter Deck eingefunden, um mir weitere unangenehme Fragen der beschriebenen Art zu stellen. Umzingelt von nunmehr 20 oder so Personen stand ich unter Deck und war unversehens in ziemlicher Erklärungsnot. Dabei hatte ich gar nichts gemacht, außer den Schaden festgestellt. Wirklich!

Was gibt es sonst noch festzustellen? Alcopops scheinen beim Blick auf die trendsetzende Kieler Woche irgendwie gar nicht mehr zu existieren. Wohl aber werden dort 1 Liter Cola Flaschen, der Vermutung nach vermischt mit Alkoholika, transportiert. Es scheint also eher um den ungebrochenen Trend der reinen Vermischung zu gehen, als um die Frage, was da vermischt transportiert und unter Umständen auch verköstigt wird.

Dann habe ich noch gelsen dass Schweini gesagt haben soll (Ich glaube, wenn man in den Brockhaus schaut, taucht da unter “Schweini” ein Eintrag auf, der so beginnt: Schweinsteiger, Bastian, * 1. August 1984 in Kolbermoor …), dass der Poldi Kölner Karnevalslieder in der Kabine aufgelegt hat. Das fand Schweini nicht gut, weil ihm als Bayer dieses Liedgut unbekannt ist und ihm auch von der Verständlichkeit her schwer eingeht. Ich muss das im Nachhinein auch kritisieren, denn was Poldi wohl nicht bedacht hat, ist, dass sich “Viva Colonia” in prächtiger Manier auch zu “Viva Espana” umdichten läßt. So ist es dann ja auch gekommen. Ich freue mich nicht aufs Oktoberfest.

Auf dem Rückflug durch die nordeutsche Abendsonne stellte sich bei mir mit Blick aus dem Fenster ein wenig Fernweh ein, das mich unwillkürlich an den Club Las Piranas und auch Simon Peters denken ließ. Es ist einfach mal wieder höchste Zeit für fremde Länder, andere Kulturen und neue Gebräuche, wie die Club-Animateurin aus Wuppertal im Club Las Terras Sol zum Beispiel, von der die Verkäuferin im Reiesebüro so schwärmte.