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Archive for März, 2008

Willkommen an Bord der MS Bodensee!

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Am Wochenende war ich am Bodenssee. An Bord des Luxuskreuzfahrers MS Bodensee setzte ich von Friedrichshafen nach Überlingen über. Die Traumkulisse von Überlingen ist bekannt aus Funk und Fernsehen, denn wurde hier doch die ARD-Serie Sternenfänger mit Oliver Pocher gedreht.

Es ist schon ein erhabenes Gefühl, mit mehreren Knoten im Rücken, auf der Brücke zu stehen - das weite Meer und das Treiben auf dem Unterdeck im Blick. Reiseziel Überlingen hat mir besonders imponiert, weil es den wohl einzigen Irish Pub vorweisen kann, der seine Gäste den ganzen Abend über live mit deutschen Schlagern verwöhnt. Der Alleinunterhalter, ein bunter Hund der unaufhörlich an seiner Heimorgel rumfingerte, machte darüber hinaus mit Ansagen vom Kaliber: “Da war was falsch. Ich fang nochmal an.” von sich Reden. Nein, das war ein wirklich bejubelt-volkstümlicher Auftritt, der mit gefallen hat. Ein Prädikat, das übrigens die gesamte Wochenend-Kreuzfahrt verdient hat.

Ostermarsch 2008.

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Es hängt ja alles irgendwie zusammen. Die Ostertage kommen da zurecht um diese frühe Zeit des Jahres daher, um über alles nachzudenken. Und darüber, wie es denn zusammenhängt. Mir fiel beispielsweise ein interessantes Weinlexikon mit dem Untertitel “Für Anfänger und Liebhaber” in die Hände. Nun stellt sich die Frage: Was soll man über ein Weinlexikon denken, in dem an 12. Position der Eintrag “Afghanistan” zu finden ist?

Die Deutsche Bahn fährt zwar nicht nach Afghanistan, aber transportiert mal wieder über die Ostertage hoch entspannte und unterhaltsame Osterreisende. Für diese hat sich der sympathische Reiseanbieter mit Herz folgende tolle Aktion ausgedacht: An Board wird im allseits beliebten Boradrestaurant ab sofort nach dem Rezept von Sterneköchen gekocht. Wenn ich es richtig verstanden habe kocht auf meiner Fahrt Jean-Pierre Bruneau aus Belgien, ausgezeichnet mit 2 Sternen und 4 Hauben. “Bitte probieren Sie die Erbsensuppe,” sagt das junge Lautsprecher-Fräulein noch, bevor auch schon erste Stautendenzen auf den Gängen erkennbar sind. Das beeindruckt schließlich und macht auch den letzten Reisenden neugierig, lädt es doch ein zum Schlendern in die Boardkantine.

Ich hab im Übrigen keine Erbsensuppe nach Bruneau Art gegessen. Ich hatte bereits lecker Fisch gespeist, als ich die tags zuvor in Bremerhaven war. Da gibt es die feinsten Fischdelikatessen kann ich berichten. Hmm, lecker!

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Das zweite Bild ist übrigens nicht - wie man sehr einfach aber verwechlungsbehaftet vermuten könnte - in Dubai aufgenommen. Nein nein! Ich war hier nicht für einen, die Ökobilanz belastenden, Kurzurlaub vor Ort. Auch dieses Bild stammt aus Bremerhaven. Ja, auch eine Stadt, die unter einer 25%igen Unterbeschäftigung leidet, erfordert ein anständiges Qurtier für die zahlreichen Investorenbesucher, die einmal in den Bombenstandort investieren möchten. Die müssen sich das dann ja auch richtig gut gehen lassen können, wenn sie kommen. Womit sich der Kreis wieder schließt, denn lecker Fisch und Bremerhaven und gut gehen lassen hängen ja auch irgendwie zusammen.

Aber ohne den Gedanken zu verlieren: Wo man an die Bahn denkt ist wer nicht weit? Na klar, tara, die Post ist da. Bei diesem Vorgang ist ja noch offen, wie es dem Herr Zum Winkel gelang, die Million nach Liechtenstein rüber zu schieben. Eine schöne Erklärung dafür hat Dittsche gefunden, den ich auf der Zugfahrt hörte: Als reiner Chef, ist es ja einfach eine Sondermarke als 10 Euro Wertmarke und dem Gesicht vom Chef rauszubringen. Dann muss man nur noch alle Abteilungsleiter verpflichten jede Woche einen Bericht mit der Briefmarke drauf an das möblierte Wochenendappartement in Lichtenstein zu schicken. Da die Briefmarke nicht abgestempelt wird, weil es will ja niemand dem Chef einen Stempel aufn Kopf hauen, kann der Chef dann am Wochenende mit Hilfe des Dampfes vom Wasserkocher, der zur Ausstattung des Zimmers gehört, die Marke ablösen und bei Edeka gegen Bargeld tauschen. So sind ruckzuck eine Millionen zusammen. Ein schönes Modell, das gerade zu Ostern den einen oder anderen auf den Geschmack bringen könnte.

Kuttners Videoschnipsel erklären die Welt.

So. Jetzt kenn ich also auch Sarahs Papa, Jürgen Kuttner. Jürgen Kuttners Videoschnipsel Vorträge, die in Berlin offenbar schon legendär sind, erklären die Welt. Ich hatte eigentlich Sarah Kuttner zu der gestrigen Veranstaltung in den Kammerspielen erwartet. Aber gut, diese kleine Überraschung paßte irgendwie zum Titel der aktuellen Vortragsreihe “Da kann ja jeder kommen”.

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Das, was Kuttner da vor einer großen Leinwand macht, kann mit Sicherheit nicht jeder. Kuttner denkt und spricht schnell. Und hält Monologe, die jeden seiner Videoschnipsel – allesamt Highlights der deutschen Fernsehgeschichte – einleiten und die Welt erklären. Heute zum Thema Rauchverbot und der Frage: Wie kann denn das sein, dass die Beraubung einer Institution des Genusses und der Geselligkeit so widerstandslos hingenommen wird? Wer steckt hinter der vermeintlich modernen Bewegung von Schlankheitswahn, Gesundheit und Fitness? Wo sind die Zusammenhänge? Und würden sich Nichtraucher auch so einfach einem Rauchgebot fügen?

Kuttner liefert Antworten und untermauert durch dazu passende Videoausschnitte. Eigentlich passen sie gar nicht. Er macht sie so. Durch Monologe. Monologe ist dabei noch eine neutrale Beschreibung der Vorgänge. Er philosophiert sich dabei in Rage. Und es gelingt ihm, sprachlich einwandfrei und unterhaltsam, Bilder und Vorfreude auf die Ausschnitte beim Publikum zu erzeugen. Die Bewegtbilder sind so detaillert seziert, dass einem vieles so gar nicht auffallen würde. Die Ausschnitte wirken absurd, bizarr und oft schlicht die Einfachheit des Menschen vorführend.

Ein echtes Ich-bin-das-Eintrittsgeld-wert Highlight ist der bei jedem Vortrag wiederkehrende letzte Schnipsel. Ein Werbespot der Grünen aus den 80er Jahren. In den Hauptrollen Bildhauer Joseph Beuys, BAP und drei Ökohasen als Quasi-Beilage. So geht man mit einer gewissen Grundirritation über das Dargebotene aber irgendwie auch bereichert nach Hause.

Poetry Slam 2.0 - Das Fernsehen ist da!

Lisbeth! Unser Sohn ist bein Fernsehen!

Sarah Kuttner
und Sat 1 hatten sich angesagt, zum größten europäischen Poetry Slam im Münchner Substanz. Sarah Kuttner! Wahnsinn. Ich hatte Sarah schon einmal im Vorbeigehen am Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion auf der Straße stehen sehen. Und da hatte ich mich noch gefragt: Was macht die hier? Heute zeichnete Sarah für ihre neue Sendung „Slam-Tour mit Sarah Kuttner“ auf. Ich komm also in Fernsehen! Sarah ist wirklich eine Nette. Stundenlang haben wir an der Bar gequatscht über Dies und Das. Ach, wie schnell die Zeit rennt an solchen Abenden! Das Glück ist mir Hold, schon nächste Woche sehen wir uns ja wieder.

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Der Slam geriet da zur Nebensache und dabei hatte der das gar nicht verdient. Präsentatoren Ko & Rayl, wie immer in symbiosenhafter Hochform, präsentierten ein Lineup von Wortakrobaten, das, glaube ich, das Beste war was ich im Substanz in dieser Dichte - also in der Breite der Dichte meine ich - gesehen habe.

Nadja Schlüter hat mal wider Sensationelles vertextet und schaffte es damit ins Finale. Mit dem Satz des Abends machte allerdings Nina Sonnenberg alias “Fiva” eine Punktlandung. Sie brachte uns allen bei, für was Web 2.0 in Zeiten von Online-Dating wirklich steht:
2 Menschen, 0 Sex. Und: Trojaner statt Tripper.
Schöne neue Welt!

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