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Archive for Oktober, 2007

Hader muss weg. Pulp Fiction made in Austria.

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Was passiert, wenn der österreichische Schauspieler Josef Hader auf die Bühne steigt und ein Theaterstück spielt?

Richtig, etwas wie eine Low-Budget Produktion einer Gangster-Geschichte, die in verknüpften Episoden das Schicksal sieben ganz unterschiedlicher Charaktere erzählt. Klingt nach der Alpenversion von Pulp Fiction. Auch richtig. Schon in seinen Filmen “Komm Süßer Tod” und “Indien” glänzte Hader inmitten absurder Charaktere, Geschichten und Schicksale, die mit knallharter Ironie erzählt werden. In genau diesem Stil verläuft auch die zweistündige Ein-Mann-Tempo-Bühnenshow des Kabarettisten. Mich beeindruckte vor allem, wie eine einzelne Person eine nur schummrig ausgeleuchtete Bühne vollkommen einnehmen kann. Die leicht Inspektor-Clousouhafte Art, mit der Hader seine Ironie vorträgt, ist eh legendär.

Es gibt weitere Termine in München und auch bundesweit gesehen klopft der freundliche Herr Hader ja vielleicht bald an Ihre Türe. Wenn er nicht gerade wieder weg muss.

Mireille Mathieu und Dieter Thomas Heck spielen Popstars.

Wer Popstars schaut, hat viele Werbepausen zu überbrücken. Als ich gerade das “Zett-Dee-Eff” auf meiner Fernbedienung drücke, sagt Dieter Thomas Heck in der “Stargala” Mireille Mathieu, den Spatz von Avignon, an. Mireille Mathieu habe ich schon Anfang der 80er bei Dieter Thomas in der Hitparade gesehen! Meine Güte, die müsste doch mindestens schon 60, 70 Jahre alt sein. Umso mehr erstaunt es mich, dass sich dort keine französiche Inge Meisel auf der Bühne tummelt, sondern eine scheinbar konservierte ‘84er Mireille - und das bis in die Haarspitzen. Die Frisur sitzt.

Mireille trällert also ihr Liedchen und das Playback schlägt die letzten Takte an. Jetzt aber dreht der kleine Spatz mal richtig auf: Die Musik ist aus, doch Mireille singt einfach weiter. Quasi eine ungeplante Unplugged-Zugabe, die allein Moderator und Aufnahemleiter vermutlich schon die Pumpe gehen lassen. Doch damit noch nicht genug: “Dieter ich will mal was sagen,” setzt der Bühnenstar an. “Das ist doch gut,” lügt Dieter Thomas Gast und Publikum gleichermaßen und unverfroren an. Unglaublich, denn der Aufnahmeleiter wird in diesem Moment mit “Herz” ins Krankenhaus eingeliefert. Gar nicht gut.

Was Dieter in all den Jahren nicht verlernt hat, ist folgende Geste: Da es sich um eine Spendengala handelt, benötigt Dieter natürlich eine Assistentin, die ihm den Zettel mit der bislang gespendeten Summe reinbringt, die er sodann so stolz dem Saal- und TV-Publikum präsentieren kann, als hätte er die Summe eigenhändig gespendet. Just in dem Moment, in dem die Assistentin den Zettel übergibt, hält Heck diese aber, schamörhaft wie er ist, diesen kleinen Extramoment am Handgelenk fest und läßt sie, vorerst mal in dieser Situation gefangen, auch nicht mehr los, so dass sie nicht - wie erhofft - husch husch wieder aus dem Bild kann. “Das sieht aber gut aus,” sagt Dieter schließlich noch zweideutig, bevor er das Assistentinnen-Gelenk wieder außer Besitz gibt, und schaut dabei nicht auf den Zettel sodern direkt in den Ausschnitt.

Mireille und Dieter. Soo sehen Popstars aus!

Nora Tschirner, an der Bar und eine Kürbissuppe.

Wie verliert man in Asien seine Unschuld? Eigentlich nicht so schwer. Da gibt es doch Mittel und Wege, fernöstlich der Heimat. Sollte man denken. Hindernisse und andere Missgeschicke in dieser Frage sind das Thema des Buches Moomlatz” von Iris Bahr. Eine schöne Lesung zu dem Buch, gemeinsam mit MTV-Moderatorin Nora Tschirner, gab es heute im Münchener Volkstheater zu sehen und hören.

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Eigentlich wollte ich über die Lesung schreiben. Während ich aber in der Bar des Volkstheaters an derselben und bei einer Kürbissuppe sitze, wartend auf den Beginn der Lesung, stellt sich mir eine sehr viel interessantere Frage: Wie verhält man sich eigentlich richtig, an so einer Bar?

Während der Barhocker direkt links neben mir verwaist bleibt, sitzt auf dem darauf folgenden nämlich eine nicht unattraktive, schätzungsweise Ende 20 jährige (Supermodell Kaliber), bei ihrem Drink und die Frage ist: ist allein dies - also das sie dort sitzt - Anlaß genug, ihr meinen Haustürschlüssel in die Hand zu drücken?

Darf man einen Barnachbarn einfach so ansprechen? Setzt man sich an die Bar um Unterhaltungen zu führen? Oder gibt es da Regeln oder Zeichen, die einem sagen, ich sitze zwar hier, heißt aber nicht, dass ich kommunikationsbereitschaftlich hier meine Zeit verbringe. Ich habe leider viel zu wenig Erfahrung an so einer Bar. Das Beispiel von Gisela mahnt ja deutlich zur Zurückhaltung, ganz unabhängig davon, auf wessen Deckel der Verzehr gebont wird.

Mir scheint noch erwähnenswert das Nora Tschirner keinen halben Meter an mir vorbeigegangen ist. Ich bin mit der Nora also quasi per “Du”. Dummerweise tippe ich gerade in diesem himmlischen Moment - völlig belanglos - eine SMS in mein Handy ein, während Nora die weitausladende Wendeltreppe zur kleinen Bühne des Volkstheaters in ihrem weißen Mantel geardezu empor schwebt. So verpasse ich leider die Chance ihr einmal tief in die Augen zu blicken und geradeso meinen Anspruch anzumelden, genau der Richtige zu sein. Verdammtes SMS Getippse! Demjenigen, dem ich die SMS geschickt habe, gehören die Ohren lang gezogen. Die Kürbissuppe war aber lecker.

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